Wissenschaftstage Tegernsee - Natur & Technik erleben und begreifen Zur Startseite der Wissenschaftstage Tegernsee Motto 2006 - Informaion und Evolution - Unterwegs in digitalen und realen Weltern - Hauptprogramm vom 10. bis 12. November 2006

Übersicht 2005Informatik in der Landwirtschaft
Zum Beispiel: Melkroboter

Hans Kauderer, Landwirt

Freitag, 10. November, 14:00 - 15:00 Uhr
Holzkirchen, Hinfahrt mit Privat-PKW

Kuh mit Halsband, in dem sich ein Chip für ihre individuelle Erkennung befindet.

Ein Chip im Halsband der Kuh ermöglicht ihre individuelle Bedienung durch den Melkroboter.

Endlich länger schlafen …!?
Melkroboter wurden entwickelt, um den Bauern die Arbeit zu erleichtern, die Milchproduktion zu steigern und die einwandfreie Qualität der Milch zu gewährleisten. Die Melkroboter bringen Zeitersparnis, die Bauern sind flexibler in ihrer Einteilung und haben mehr Zeit für Pflege und Beobachtung des Viehbestands, für das Betriebsmanagement etc. Hans Kauderer, Landwirt aus Holzkirchen, ist begeistert von der neuen Technik: „Wenn alles passt, dann bringt der Roboter dem Landwirt und den Tieren viele Vorteile.“

In dem hellen, luftigen Laufstall auf dem Hof in Holzkirchen herrscht eine ruhige beschauliche Atmosphäre. Die Kühe bewegen sich frei im gut durchlüfteten Stall und können jederzeit Nahrung und Wasser aufnehmen. Nur beim Melken herrscht milder Gruppenzwang: Die Kühe stehen Schlange an der Melkmaschine. Der Grund ist nicht nur das volle Euter, sondern auch das Kraftfutter, das die Tiere als Anreiz beim Melken erhalten. Manchmal ist der Anreiz sogar zu stark: Wenn die Kuh schon mehrfach am Melkstand war, schickt der Roboter sie wieder weg.

Die nächste Kuh darf bleiben: Der Roboter erkennt sie am Chip, die Maße des Euters sind eingespeichert. Sanft waschen die mit Essig desinfizierten Bürsten das Euter, dann geht’s los: Wie Tentakeln tasten sich die Greifer an die einzelnen Zitzen heran, saugen sich fest. Wenn das Kraftfutter aufgefressen und das Euter leer ist, verlässt die Kuh den Stand und die nächste rückt nach. Manche müssen sanft erinnert werden, aber inzwischen hat sich die Sache so gut eingespielt, dass Herr Kauderer nur noch selten eingreifen muss, z.B. wenn eine Kuh schlicht vergessen hat, sich melken zu lassen. Dies alles und noch viel mehr registriert der Computer und gibt es an den Landwirt weiter, der dann ganz gezielt reagieren kann. Im Durchschnitt führen die Melkroboter zu einer Steigerung der Milchleistung von immerhin 5 bis 10 Prozent.

Der Melkroboter gilt als sehr positives Beispiel für den Einsatz der Informatik in der Landwirtschaft. Er erleichtert den Landwirten das Leben. Und die frei werdenden Kapazitäten können sie zur Steigerung der Qualität bei der Versorgung der Tiere einsetzen.